Don & Kim, oder was sich zur Erleichterung aller denkenden Wesen auf diesem Planeten bald zugetragen haben wird. Eine etwas andere Liebesgeschichte.

Die Schwiegermutter des Mannes der Friseuse meiner kleinen Schwester, Mrs. Madeleine Leftright lebt in der Nähe von Washington DC. Der Zufall will es, dass Mrs. Leftright eine Bekanntschaft von Sergeant Miller jun. ist, welcher wiederum der schwule Partner von Mr. Donald Trumps Leibwächter, Mr. John Rightleft ist.

Ein wenig kompliziert, ich weiss aber immerhin, genau diesem Beziehungsnetz und dem grundsätzlichen Zwang aller Menschen über andere Menschen zu plaudern ist zu verdanken, dass die Weltgemeinschaft die Geschehnisse der letzten zwei Tage praktisch aus erster Hand erfährt. Und es ist wirklich Zeit!

Wie mir also meine kleine Schwester erzählte hat sich folgendes Zugetragen…..

Irgendwo in Nordamerika
Mr. Trump, seines Zeichens der aktuelle Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, tat wieder mal was er öfters aus lauter Langeweile machte. Er machte einen Ausflug. Nicht etwa im Auto, nein weit gefehlt! Er setzte sich in seine Airforce One, einen von aussen harmlos aussehenden Jumbo Jet der US Airforce, in Wirklichkeit ein waffenstarrendes Ungetüm, und befahl der Crew einfach mal zu starten. Er ist schliesslich der Präsident, der kann das.

Während die Maschine zur Startbahn rollte, geriet wieder mal ein kleiner Vogel in das linke äussere Triebwerk der Maschine. Präsident Trump, der es liebte beim Fliegen aus dem Fenster zu schauen, bemerkte dies und staunte zum x- ten Mal, dass das Triebwerk keinen Mucks machte und hinten aus der Düse auch kein Blut spritzte. Der Vogel war schon nach einer Hundertstelsekunde zu feinster Asche verbrannt, da gab es einfach nichts mehr zu sehen oder gar zu spritzen. Wie immer wenn das geschah glaubte Präsident Trump ein kurzes, panisches Zwitschern (engl. twittering) gehört zu haben, was natürlich völliger Unsinn war. Allerdings führte eben diese Wahrnehmung vor längerer Zeit zu einem Gespräch mit seinem Leibwächter Mr. John Rightleft, an dessen Ende Präsident Trump in die Geheimnisse von www.twitter.com eingeführt wurde. Wir wissen alle wozu das geführt hat.

Die Maschine rollte also an, hob ab und Präsident Trump meinte: „ Boys, just fly towards west…“ was die Piloten dann auch brav machten.

Präsident, endlose Macht, endlos Reich, endlos gelangweilt. Präsident Trump schlief ein. Die Crew tat Ihr Bestes um es Ihm gemütlich zu machen und als er nach einigen Stunden Flug wieder aufwachte befand sich die Maschine getreu seinem Befehl immer noch auf West Kurs, irgendwo über dem Pazifik, in ungefährer Richtung Thailand.  „Lets fly to Pattaya, we have some drinks and then we go back…!” meinte er und die Piloten gehorchten brav.

Irgendwo in Nordkorea
Kim Jong Il, Nordkoreas Diktator war wieder mal ausser sich. Der extra geheime Geheimdienst, welcher den Geheimdienst überwacht, welcher wiederum die Militärführung überwacht, welche wiederum die Bevölkerung überwacht, der aber daselbst vom Diktator überwacht wird, hatte sich wieder mal eine Falschmeldung geleistet. Kim Jong Il, langsam aber sicher ohne direkte Familie, liess wegen dieser Falschmeldung seinen letzten noch lebenden Onkel auf der Stelle erschiessen. Als der Irrtum bekannt wurde, entriss der Diktator einem neben Ihm stehenden Offizier die Dienstwaffe und streckte den Chef des extra geheimen Geheimdienstes auf der Stelle nieder. Der Offizier dessen Dienstwaffe für den Tod des Chefs des extra geheimen Geheimdienstes verantwortlich war, wurde daraufhin vom (normalen) Geheimdienst exekutiert. Da Militär konnte das unmöglich auf sich sitzen lassen und erschoss sofort zwei Dutzend Zivilisten die gerade zufällig eine Touristentour durch den Diktatorenpalst machten.

Eine komplizierte Sache und eigentlich verwunderlich, dass in dem Palast noch lebende Personen anzufinden sind, aber so sind sie eben, die Nordkoreaner!

Kim Jong Il, immer noch ziemlich sauer, liess sich zu seinem Privatflughafen fahren setzte sich in seine präsidiale Maschine und befahl den Piloten zu starten. Die alte Iljuschin, ein aus den Restbeständen der roten Armee gekaufter Truppentransporter, innen mit dickem rotem Plüsch, dunkelbraunen Chesterfield-Sofas, goldenen Kloschüsseln und falschen offenen Kaminen geschmücktes Ungetüm, setzte sich langsam in Bewegung und hob entgegen der Erwartung eines jeden rein zufällig anwesenden, fachkundigen, aussenstehenden Beobachters tatsächlich ab! Womit übrigens final bewiesen ist, Angst verleiht Flügel, in unserem Fall die Angst der Piloten vor einer Spontanexekution.

Kurz nach dem gelungenen Start befahl Kim der Crew: „Wir fliegen nach Osten!“. Danach knallte er sich eine Strasse Koks in die Nase, und eine Flasche Reisschnaps später schnarchte er in einem seiner Chesterfields wie ein kleines Baby vor sich hin.

Viele Stunden später wachte er wieder auf und wurde von seiner Crew, die sich strikte an seine Anweisungen gehalten hatte, über die aktuelle Position orientiert.

„Wir fliegen in Richtung Thailand? Gut, ab nach Pattaya auf ein paar Drinks und dann zurück…ha ha!“, befahl er, schon fast gut gelaunt. Die Piloten gehorchten brav.

Irgendwo über Pattaya, Thailand
Wie sie vielleicht wissen sind Piloten des Öfteren Kontrollfreaks.
Wie sie vielleicht auch wissen, hat jedes Flugzeug ein Annäherungs-Warnsystem, welches beiden Crews eine entsprechende Warnung und auch gleich die auszuführende Kurskorrektur mitteilt.
Wie sie vielleicht auch noch wissen oder zumindest ahnen, haben unsere beiden Hauptakteure ungefähr dieselben Eigenschaften, nur eben unter anderen Vorzeichen.

Was glauben Sie wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass unsere beiden Flugzeuge im selben Moment an genau derselben Position in exakt derselben Höhe sind und ein Zusammenstoss unausweichlich ist?
Ich würde sagen 1:“unaussprechlich lange Zahl“. Trotzdem, es war so.

Als die Piloten Ihre jeweiligen Bosse informierten meinte Präsident Trump: „I don’t care, he shall change his course!“ und Kim Jong Il meinte: „Das koreanische Volk weicht den Imperialisten nicht aus!“.

Iljuschin sei Dank. Die grottenalte Maschine flog tatsächlich 15 Meter tiefer als angezeigt und es kam nur zu einer „leichten“ Streifung in der Luft. Allerdings waren beide Maschinen zu einer schnellen Landung in Pattaya gezwungen, man weiss ja nie.

Pattaya Airport gestern Abend 22:37
„Eine uralte Iljuschin Transportmaschine mit eigenartiger Bemalung und ein blau weisser Jumbo rollen gleichzeitig auf den VIP Standplatz!“ schrie der Flughafenlotse in sein Funkgerät! „Das sehen wir auch!“ schrie der Tower Operator zurück: „Aber die hören nicht auf uns, bring dich besser in Sicherheit!“.

In den Flugzeugen sassen inzwischen die Präsidenten an den Steuerknüppeln. Die protestierenden Piloten liess Präsident Trump in die flugzeugeigene Arrestzelle stecken, Kim Jong Il machte kurzen Prozess und erschoss den Co Piloten, was den Chefpiloten schlagartig verstummen liess.

Ein Flugzeug am Boden ist nicht wie ein Auto. Man kann nicht mal eben bremsen und so kam es wie es kommen musste und die beiden Maschinen krachten Bug auf Bug! Trump sah aus dem Fenster, Kim tat dasselbe, beide rot vor Wut! Trump entriss einem Offizier die Pistole, Kim hatte seine bereits in der Hand, beide stürmten zu den Gangways, welche zwischenzeitlich durch den Aufprall automatisch geöffnet worden waren, die Notfall-Gummirutschbahnen aufgeblasen und bereit.

Kim sprang, Trump sprang….
Und jetzt muss ich sie bitten sich einen Zeitlupenfilm vorzustellen….

Kim rutschte, fuchtelte mit der Pistole, sein rundes Bäuchlein wackelte unter dem Einheitsanzug, seine borstenartigen Haare wallten langsam im Takt des Bauches hin und her, während er beim Rutschen den bösen Widersacher Trump rutschen sah…

Trump rutschte, fuchtelte mit der Pistole, sein rundes Bäuchlein wackelte unter dem Massanzug, sein auftoupiertes rostrotes Haar wallte im Takt des Bauches hin und her, während er beim Rutschen den bösen Widersacher Kim rutschen sah…

Beide waren wirklich sauer, aber es ist wie es ist. Die Pheromone sind immer schneller und noch bevor die beiden mit den Füssen festen Boden berührt hatten wussten sie beide „Der ist nicht bös, nein… nein der ist genau wie ich… liebenswert!“

(Achtung wir sind immer noch in der Zeitlupe…)

Beide begannen sofort aufeinander zu zulaufen, warfen Ihre Waffen in hohem Bogen weg, die Borsten und die toupierten Haare wallten jetzt immer schneller, die Bäuche sprangen hoch und nieder und im Höhepunkt des Wallens und Springens fielen sich die Beiden in die Arme. Ganz so als ob sich zwei uralte, dicke Freunde nach Jahrzenten wieder träfen. Ein wunderbarer Anblick.

Leider hat niemand gehört was die beiden dann miteinander redeten. Wahrscheinlich nichts, den beide können kein rechtes Englisch. Sie liefen einfach Arm in Arm weg und sind seither vermisst. Böse Zungen behaupten sie wurden in Pattaya mehrmals in einschlägigen Etablissements gesehen, aber das sind wohl eher Gerüchte.

Die beiden Crews übrigens machten sich samt Bodyguards und Soldaten über die Alkoholvorräte der beiden Präsidialmaschinen her und weil der rote Plüsch von Kim’s Maschine so kuschelig war, wurde das Besäufnis noch ein richtiges Fest. Ein Offizier meinte man könnte das Fest „Kim&Don Street Day“ nennen und einen Feiertag daraus machen?

Man ist geneigt zu sagen „Gleich und Gleich gesellt sich gern!“ und irgendwie scheint das in unserem Fall zu stimmen.

Wahrscheinlich werden die Zeitungen bald irgendwelche Storys über den Verbleib der beiden Präsidenten schreiben. Vergessen Sie das, wir wissen es dank der Verbindungen meiner kleinen Schwester besser.

Ich bin gespannt wie das weiter geht.

Inspiriert durch Sylvie, Don und Kim